Botulinumtoxin gegen krankhaftes Schwitzen

Schwitzen hat eine wichtige Funktion: Schweiß kühlt die Haut ab und schützt den Körper vor Überhitzung. Allerdings schwitzen viele Menschen übermäßig, auch ohne Hitze oder Stress ausgesetzt zu sein. Dieses übermäßige Schwitzen (Hyperhidrose) belastet. Es tritt besonders an Handinnenflächen, Fußsohlen und Achseln auf.

Injektionen mit Botulinumtoxin können hier effektive Abhilfe schaffen. Alle 6 bis 12 Monate sollte die absolut unkomplizierte Behandlung wiederholt werden.

Was ist Schwitzen?
In der Regel dient das Schwitzen der Wärmeabgabe und ist somit eine natürliche Körperfunktion. Der Mensch besitzt rund zwei Millionen Schweißdrüsen. Der Schweiß ist geruchlos und klar. Die Schweißabsonderung wird durch einen Teil unseres Nervensystems, das sogenannte vegetative Nervensystem, gesteuert. Bei manchen Menschen (ungefähr 1% der Bevölkerung) arbeitet dieses System auf einem zu hohen Niveau, weit höher als nötig, um die Körpertemperatur konstant zu halten. Diese Störung wird als Hyperhidrose bezeichnet.

An welchen Körperstellen tritt verstärktes oder gar krankhaftes Schwitzen auf?
Die Lokalisation ist sehr verschieden. Jede Zone des Körpers kann betroffen sein. Am häufigsten und schwersten betroffen sind Hände (Hyperhidrosis manuum) und Achselhöhlen (Hyperhidrosis axillaris), ferner Kopf und Hals (Hyperhidrosis facialis), Rumpf (trunkale Hyperhidrosis) und Füße (Hyperhidrosis peduum), Oberschenkelinnenseiten und Schweißrinne auf dem Rücken. Oft neigen die Betroffenen aufgrund des verstärkten Schwitzens zu kalten Händen und Füßen, häufigen Erkältungen, vermehrten Hauterkrankungen (z. B. Wundsein, Pilz, Warzen) und Körpergeruch. Das übermäßige Schwitzen belastet die meisten Betroffenen auch psychisch sehr stark, was unter Umständen wiederum zu sozialen Problemen führen kann. Patienten können außerdem in der Ausübung ihres Berufes beeinträchtigt sein. Eine Hyperhidrose lässt sich je nach Art und Ursache durch verschiedene Methoden korrigieren. Eine mögliche Behandlungsmethode ist die Injektion von Botulinumtoxin Typ A.

Was können Ursachen von übermäßigem Schwitzen sein?
Unterscheiden werden die primäre und die sekundäre Hyperhidrose. Von “primärer Hyperhidrose” spricht man immer dann, wenn eine eigentliche Ursache nicht bekannt ist. Es handelt sich dabei um die weit häufigere Form. Die Hyperhidrose beginnt im Allgemeinen in der Pubertät und hält in der Regel das ganze Leben lang an. Sie tritt vielfach familiär gehäuft auf. Geringfügige körperliche Anstrengung, aber auch Nervosität und Aufregung sind oft auslösende Faktoren, nicht jedoch die Ursache.
Man spricht von “sekundärer Hyperhidrose”, wenn das übermäßige Schwitzen infolge einer anderen Erkrankung auftritt, z. B. bei Schilddrüsenüberfunktion und anderen Veränderungen des Hormonhaushalts, neurologischen Erkrankungen, Infektionen, Bluthochdruck oder medikamentös bedingt bei Einnahme von z. B. Hormonen.

Wie kann man Hyperhidrose behandeln?
Bei milden Formen der Hyperhidrose helfen oft einfache Maßnahmen: Ziehen Sie sich leichtere Kleidung an, meiden Sie Kaffee und Alkohol, machen Sie regelmäßige Entspannungsübungen. Bei sekundärer Hyperhidrose sollte die Grunderkrankung behandelt werden. Bei der primären Hyperhidrose wird zwischen nicht-operativen und operativen Verfahren gewählt. Eine nicht-operative Behandlungsmethode ist die Injektion von Botulinumtoxin A. Gegenüber den operativen Verfahren hat die Behandlung mit Botulinumtoxin A den Vorteil, dass es kein Operationsrisiko in sich birgt, zu keiner Narbenbildung führt und voll rückbildbar ist (operativ entferntes Gewebe kann nicht ohne weiteres wieder ersetzt werden). Außderdem kommt es zu keinem ausgeprägten kompensatorischen Schwitzen an anderen Körperstellen, wie es nach Operationen häufig beobachtet werden kann.

Wie wirkt Botulinumtoxin A?
Klinische Studien haben gezeigt, dass die Schweißproduktion durch eine Injektionsbehandlung mit Botulinumtoxin A innerhalb weniger Tage erheblich vermindert und damit eine sowohl objektiv als auch subjektiv verbesserte Lebensqualität erzielt werden kann. Botulinumtoxin A ist ein von Bakterien produziertes Protein. Es wird seit vielen Jahren erfolgreich zur Behandlung von Krämpfen und spastischen Lähmungen eingesetzt. Botulinumtoxin A hemmt die Überleitung ganz bestimmter Nervenimpulse. Es wird ganz oberflächlich in die Haut gespritzt, gelangt zu den dort sitzenden Schweißdrüsen und verhindert gezielt das Absondern von Schweiß. Je nach Dosierung wird die Schweißproduktion blockiert oder nur eingeschränkt. Da aber nur eine kleine Region des Körpers behandelt wird, wie z. B. die Achselhöhlen oder die Stirn, ist der Betroffene weiterhin in der Lage, zu schwitzen und so die eigene Körpertemperatur konstant zu halten. Andere Nervenfunktionen, wie das Fühlen oder Tasten durch die Haut, werden nicht beeinflusst. Botulinumtoxin A eigent sich insbesondere für die Behandlung von übermäßigem Schwitzen auf der Stirn, in den Achseln, an den Händen und Füßen.

Wann soll Botulinumtoxin A nicht injiziert werden?
Die Injektion soll bei bestimmten Vorerkrankungen (z. B. generalisierte Störungen der Muskelaktivität) oder bei bestimmten Virusinfektionen (z. B. Herpes) nicht durchgeführt werden. In der Schwangerschaft oder Stillzeit soll es ebenfalls nicht verabreicht werden – allerdings aus reiner Vorsicht. Bestimmte Medikamente und Substanzen sollten vor der Behandlung nicht eingenommen werden. So können z. B. Aminoglykosid-Antibiotika die Wirksamkeit von Botulinumtoxin A potenzieren. Die gleichzeitige Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten oder Acetylsalicylsäure (z. B. Aspirin®), von Vitamin E, Ginkgo oder Knoblauch kann zu kleinen Blutergüssen an den Einstichstellen führen.

Wie wird Botulinumtoxin A injiziert?
Botulinumtoxin A wird in einer sehr geringen Menge, die für den Gesamtorganismus nicht giftig ist, mittels einer sehr dünnen Nadel ganz oberflächlich in die Haut gespritzt. in der Regel werden 10-15 Quaddeln pro Achselhöhle gesetzt. Die Achseln sind daher vorher zu rasieren. Der Schmerz, der beim Quaddeln entsteht, ist mit dem eines Mückenstiches vergleichbar. Die Behandlung kann ambulant durchgeführt werden, Ihre Fahrtauglichkeit und Arbeitsfähigkeit wird normalerweise nicht beeinträchtigt.


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