Allergologie

Allergien haben Konjunktur. Vor wenigen Jahrzehnten noch kaum von Bedeutung, haben sie sich mittlerweile zu einer Volkskrankheit entwickelt. Immer mehr von uns leiden an allergischen Beschwerden verschiedenster Art. Blütenpollen, Hausstaubmilben, Tierhaare aber auch Lebensmittel, Medikamente und Schmuck können allergische Reaktionen auslösen. Die Nase läuft, die Augen tränen, Niesanfälle quälen, die Haut rötet sich und juckt, die Verdauung spielt verrückt. Ursache für diese Symptome ist eine Überreaktion des menschlichen Abwehrsystems auf eigentlich harmlose Substanzen aus unserer Umwelt. Häufig sind die Beschwerden so heftig, dass sie mit einem hohen Leidensdruck und Leistungseinschränkungen in Schule und Beruf einhergehen. Viele Betroffene empfinden daher einen erheblichen Verlust an Lebensqualität.

In vielen Fällen liegt ein langer Weg und akribische Detektivarbeit vor Patient und Arzt, bis die Ursache für eine Allergie geklärt ist. Dann stellt sich die Frage: Was tun? Ist es möglich, dem Auslöser aus dem Weg zu gehen? Ist eine Hyposensibilisierung , das heißt eine langsame Gewöhnung an den Auslöser – natürlich immer unter ärztlicher Aufsicht – sinnvoll? Welche Medikamente können eine Linderung der Beschwerden bewirken?

All diese Fragen werden wir Ihnen in unserer Allergiesprechstunde beantworten.

Diagnostik

Auf der Suche nach der Ursache für die allergischen Beschwerden steht ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt an erster Stelle. Während des Gesprächs wird Ihr Arzt Hinweise auf mögliche Allergieauslöser sammeln. Wichtige Fragen, die Sie schon zu Hause für sich beantworten können, betreffen:

  • Art der Beschwerden (Welche Organe sind betroffen?)
  • Zeitpunkt des Auftretens (Jahreszeit, Tageszeit)
  • Faktoren, die zum Auftreten von Symptomen führen (Spaziergang im Frühling, Kontakt mit Haustieren, Verzehr bestimmter Lebensmittel)

Nach diesem Gespräch gibt es die Möglichkeit, verschiedene Tests durchzuführen, die Aufschluss über die Art des Allergens geben können.

Hauttest

Bei den verschiedenen Hauttests wird die Eignung der Haut zum Nachweis von Sensibilisierungen gegenüber bestimmten Allergenen genutzt. So kann z. B. an der Reaktion der Haut eine Allergie abgelesen werden, die für einen Heuschnupfen oder ein allergisches Asthma verantwortlich ist.

Pricktest
Der Pricktest ist das einfachste und schnellste Testverfahren. Einige Tropfen einer Lösung, die das vermutete Allergen enthält, werden auf die Haut aufgetragen. Anschließend wird die Haut an dieser Stelle durch eine kleine Lanzette aufgeritzt. Nach ungefähr 15 Minuten wird die Hautreaktion (Ausmaß der Rötung und Schwellung) mit Hilfe einer Schablone abgelsen.

Epikutantest
Zum Nachweis von Kontaktallergien (z. B. Nickel) eignet sich v. a. der Epikutantest. Nach Auftragen der Testallergene werden die behandelten Stellen mit einem Pflaster abgedeckt und eine Einwirkzeit von 48 Stunden abgewartet. Im Anschluss kann die Hautreaktion abgelesen werden.

Reibetest
Sind bestimmte Allergene in keinen Testsortimenten enthalten, wird der Reibetest angewandt. Hierbei wird der “verdächtige” Auslöser in fester oder flüssiger Form über ein bestimmtes Hautgebiet gestrichen und eine Einwirkzeit von ca. 15 Minuten abgewartet. Bei einer Überempfindlichkeit wird eine allergische Reaktion ausgelöst.

Therapie

Hyposensibilisierung

Sinn und Zweck
Das Ziel der Hyposensibilisierung, die auch als “Allergieimpfung” bezeichnet wird, ist die Gewöhnung an ein Allergen. Als Therapieerfolg kann dabei eine Linderung der Symptome sowie ein verminderter Verbrauch von Medikamenten gelten.

Wie wirds gemacht?
Die Verträglichkeit eines Stoffes im Körper eines Patienten soll nach und nach gesteigert werden. Dazu werden ansteigende Mengen des Allergens (in Form eines verdünnten Allergenextraktes) unter die Haut gespritzt. Bei einer alternativen Anwendungsform muss der Allergenextrakt über eine gewisse Zeit unter der Zunge gehalten werden.

Wie lange dauert diese Behandlung?
Für eine erfolgreiche Hyposensibilisierung wird eine Behandlungsdauer von mindestens 2 bis höchstens 5 Jahren empfohlen. Die Dauer der Therapie schwankt von Fall zu Fall und hängt natürlich davon ab, wie gut der Patient die verabreichten Allergene verträgt und wie schnell sich eine Verbesserung der Beschwerden einstellt.

Medikamentöse Behandlung

Durch eine medikamentöse Behandlung kann keine Heilung erreicht werden. Ziel ist es jedoch, eine weitgehende Beschwerdefreiheit zu erreichen. Verschiedene Wirkstoffgruppen stehen zur Verfügung, die auf unterschiedlichen Wegen die Symptome bekämpfen.

Antihistaminika
Der Angriffspunkt der Antihistaminika ist der Histaminrezeptor. Histamin ist ein körpereigener Botenstoff , der die Allergiebeschwerden auslöst, indem er an speziellen Bereichen der Organe (sog. Rezeptoren) andockt. Antihistaminika führen zu einer Abschwächung oder Aufhebung der Histamin-Wirkung, indem sie das “Andocken” von Histamin an den Rezeptoren verhindern. Damit kann das Histamin kein Unwesen mehr treiben.

Kortison (Glukokortikoide, Glukokortikosteroide, Kortikosteroide)
Kortison ist immer noch das am besten wirksame Medikament bei Allergien. Es zeichnet sich durch eine starke antientzündliche Wirksamkeit aus. In den letzten Jahren konnte der Wirkstoff so weit verbessert werden, dass heute in den meisten Fällen die lokale Behandlung der betroffenen Organe ausreicht und Kortison nur noch in besonders schweren Fällen in Tablettenform aufgenommen werden muss. Erfreulicherweise ist eine gezielte lokale Behandlung oftmals ausreichend.

DNCG (Dinatrium-Cromoglicinsäure) und Nedocromil
Diese Substanzen stabilisieren die Mastzellen so, dass das Platzen der Mastzellen behindert wird. In Bezug auf die Wirksamkeit sind Mastzellstabilisatoren weniger stark wirksam im Vergleich zu Antihistaminika und Kortisonpräparaten.


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